Trends der Frankfurter Buchmesse

Neue Trends machen sich in diesem Jahr auf der Buchmesse Frankfurt bemerkbar. Einer dieser Trends ist das Self-Publishing. Aber auch die Politik spielt bei den Autoren eine große Rolle und die Jungautoren nehmen sich dieses Themas ebenfalls an. Die Genres Krimi, Thriller und Phantasie sind ebenfalls mit am Start.

Ein ganz besonderes Thema ist in diesem Jahr das Self-Publishing wie auch das digitale Lesen. Die einen können damit gar nichts anfangen und verteufeln es, die anderen finden es zukunftsweisend und nutzen die E-Books wann immer sie es können. Ein Beispiel dafür ist das Buch „Endgame“. Wenn man dieses Buch liest, wird es automatisch mit einem Rätsel verbunden, das im Internet zu lösen ist und einen Gewinn von 500.000 Dollar in Gold verspricht.

Die E-Books machen bis heute schon bis zu 10% des Umsatzes in den Verlagen aus. Und auch die Buchmesse ist von den E-Books nicht ausgeschlossen, denn die Zeit des digitalen Lesens ist soweit fortgeschritten, dass am Eröffnungstag in der Halle 4.0 der erste deutsche E-Book Award verliehen wird. Für alle Fans der E-Books oder die es werden wollen, wird in Halle 3.1 eine Ausstellung speziell für E-Books stattfinden. Als ein sehr bedeutender Partner für die E-Book Büchershows ist der Konzern Samsung eingetreten. Samsung wird in einem eigenen Pavillon das mobile Lesen vorstellen und den Interessierten näher bringen. Mitwirkende werden ebenfalls Schriftsteller sein, die ganz ohne die Hilfe eines Verlages, ihre Bücher veröffentlicht haben. Das sind die Self-Publisher.  

Finnland ist zu Gast
Mehr als 50 Schriftsteller aus Finnland haben sich für die Buchmesse in Frankfurt am Main angekündigt. Sie sind begeistert, dabei sein zu dürfen. Finnland wird in diesem Jahr auf der Buchmesse als Ehrengast im Mittelpunkt stehen und ungefähr 130 neue Werke in deutscher Sprache vorstellen. Dabei sein werden die unterschiedlichsten Genres von politischen Themen bis hin zur Phantasie und Krimi. Dies und vielmehr ist dann vertreten. Der Pavillon der finnischen Gäste wird in einem Türkis und Blau leuchten und symbolisch einen finnischen Winter darstellen. „Einfach Cool“, wie die Ehrengäste es betiteln. Die Gäste aus Finnland haben sich für ihre Präsentation etwas ausgedacht, das mit mutig, überraschend, neu und verrückt beschrieben werden kann. Für einen besonderen Höhepunkt auf der Buchmesse wird Sofi Oksanen sorgen. Im Schauspiel Frankfurt wird sie am 8. Oktober aus ihrem neuen Roman „Als die Tauben verschwanden“ vorlesen. Aber auch die Einzelvorstellungen der anderen Schriftsteller dürften für besonderes Interesse sorgen. Ebenso haben die finnischen Gäste einen Pavillon im Bildungsbereich auf der Ausstellung und werden dort ihr Bildungssystem vorstellen, welches für stetige Spitzenplatzierungen im internationalen Bereich der Pisa Studie sorgt.

Jungleser im Mittelpunkt
Der Lesernachwuchs steht ebenfalls im Mittelpunkt, denn Sie sind auch die Kunden der Zukunft. Darum werden nicht nur die interessanten Jugend- und Kinderbücher vorgestellt, sondern auch der Bildungsbereich steht im Vordergrund. Aus diesem Grund wird ein ganz besonderer Tag für die jungen Gäste eingerichtet. Zum ersten Mal wird es einen Kids Friday geben, der am 10. Oktober stattfindet, an dem die Verlage und die Jungleser zusammengebracht werden und altersgerechte Angebote vorgestellt werden. Es wird ebenfalls auch einen Eltern- und Lehrertag am 8.10. geben. Hier werden Workshops angeboten und Vorträge gehalten. Das Programm der diesjährigen Buchmesse wird sich auf eine unglaublich vielseitige Weise zeigen.

8.10.14 01:03, kommentieren

Finnland. Echt cool. Ganz natürlich.

Diesmal also Finnland, jenes Land am nördlichen Rand des europäischen Kontinents. Das Land mit der überschaubaren Bevölkerungszahl von 5,4 Millionen Einwohnern. Aktuell verfügen wohl mindestens 28 Städte der Welt über eine größere Einwohnerzahl als das Land Finnland selber. Finnland wird auf einer aktuellen Liste der bevölkerungsreichsten Länder weltweit lediglich auf Platz 114 geführt, 124 Länder haben noch weniger Einwohner als Finnland, was wiederum bedeutet, dass die finnische Bevölkerung sich im engsten Mittelfeld dieser Liste befindet.

In einer Liste, die nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, werden 75 finnische Autoren und Schriftsteller geführt. Etliche davon weisen auch ein Sterbedatum an ihrem Namen auf. Mindestens 60 finnische Autoren sollen aber anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse in Frankfurt auftreten. In beiden Fällen eine dennoch überschaubare Zahl. Ein überschaubares Land, mit überschaubaren Zahlen und dennoch ein literarisch ambitioniertes Land.

Während jährlich etwa 4500 neue literarische Werke in Finnland publiziert und davon etwa 30 neue Titel von finnischen Autoren auf Deutsch aufgelegt werden und erscheinen, sollen es zur Buchmesse ganze 130 neue Titel sein, die in deutscher Übersetzung vorliegen und von 54 deutschen Verlagen betreut und publiziert werden. Also 100 deutsche Titel mehr als sonst oder mehr als vier Mal so viel, wie sonst in einem Jahr. Nicht wenige finnische Autoren verfassen ihre Werke in Schwedisch, die Affinität zu Schweden ist nicht gerade gering.

Warum gerade der Slogan Finnlands auf der Frankfurter Buchmesse, dem Land der berühmten finnischen Saunen, „Finnland. Cool.“ lautet, ist sicherlich eher der Geographie und der Symbolik des Nordischen geschuldet. Hinzu kommt, dass auch der Eindruck der Lockerheit, der Coolness als Charakterfrage und der Leichtigkeit vermittelt werden soll. Cool, im Sinne von großartig mit dem „Wow-Effekt“, ist vermutlich auch die Alphabetisierungsquote des Landes, die bei eindeutigen 100% liegt. Jeder Mensch ab der Grundschule kann in Finnland lesen und in Finnland wird vergleichsweise sehr viel gelesen. Die 4500 neuen Werke, die Jahr um Jahr in Finnland herausgebracht werden, stellen im Verhältnis zur Einwohnerzahl mit die höchste Publikationsdichte weltweit auf. Allein das Land Island weist eine höhere Dichte proportional zur Einwohnerzahl auf. Ob sich der weltweit beste Platz in der PISA-Untersuchung , den Finnland nun einmal belegt, dadurch erklären lässt, ist nicht ganz klar, lässt aber die Vermutung sehr plausibel erscheinen, dass diese Korrelation sehr naheliegend ist.

Gerade die Verbreitung und Nutzung von Bibliotheken ist in Finnland sehr weit gediehen. Bibliotheken gehören für Finnen zum Alltagsbild und werden gerne und häufig genutzt, manchmal vergleichbar einem zweiten Wohnzimmer. Im Durchschnitt liest jeder Finne ganze 17 neue Bücher, also mehr als ein neues Buch pro Monat oder alle 21 Tage ein solches neues Werk.

Eine relativ neuere Entwicklung der finnischen Literatur(szene) ist die Kriminalliteratur, der neue finnische Krimi . Bis zu 90 neue Kriminalromane pro Jahr erscheinen derzeit in Finnland. In den 90er Jahren waren das noch 20 neue Krimis im Jahr. Bei der Charakteristik des finnischen Krimis überwiegt wie bei allen skandinavischen Krimis die Sachlichkeit. Doch ist der finnische Krimi noch sachlicher und realistischer, als die marktführenden schwedischen und norwegischen Kriminalwerke. Eine nahezu übertriebene Bodenständigkeit zieht sich durch die Plots und Figuren finnischer Krimis.

Bevor zum Beginn des 20. Jahrhunderts der finnische Krimi aus der Taufe gehoben wurde, standen viele Übersetzungen britischer und französischer Krimiautoren am Anfang dieser Entwicklung. Das führte auch zu einer starken Prägung der ersten finnischen Krimiautoren. Die neuentstandene Szene der finnischen Kriminalautoren ist sehr vielversprechend und lässt eine starke Entwicklung der nächsten Jahre vermuten. Viele dieser finnischen Kriminalautoren werden auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsent sein und sich somit einem globalen Publikum vorstellen können.

21.9.14 23:16, kommentieren